Housing First

Obdachlosigkeit ist ein großes Problem für Menschen in unserer Gesellschaft, da sie dadurch viele andere soziale Probleme bekommen. Mal völlig abgesehen von der ökonomischen Situation, die sie ebenfalls schlecht lösen können – ohne Heim meist kein Job, ohne Job kein Geld, ohne Geld kein Heim. Das erklärt sich von selbst.

In Amerika (nicht nur den USA) gibt es nun die Initiative Housing First, bei der Obdachlose als allererstes eine Wohnung bekommen. Keine Notunterkunft, keine Zwischenunterkunft, sondern eine eigene Wohnung. Ssie bekommen vorerst eine eigene Wohnung ohne sonstige Voraussetzungen. Danach werden die Probleme angegangen, die sie in die Lage der Obdachlosigkeit geführt haben, wozu Alkoholismus, Drogenabhängigkeit oder auch psychische Probleme zählen.

Wie die Wikipedia schreibt, ist dies nicht nur für die Menschen selbst besser (natürlich!), sondern ist auch ökonomisch sinnvoll: Bei Einbeziehung aller Ausgaben, halbieren sich die Gesamtkosten für die Gesellschaft, so eine Studie, die schon 2009 im Deutschen Ärzteblatt zitiert wurde. Zudem bleibt ein großer Teil derer, die an solch einem Programm teilnahmen jahrelang darin und fällt nicht zurück in Drogenabhängigkeit, Alkoholismus und Obdachlosigkeit.

So hatte es schon im Mai geheißen, der gesamte Bundesstaat Utah habe nur noch 178 chronisch Obdachlose, was bei einer Bevölkerung von rund 2,9 Millionen Menschen ein verschwindend geringer Anteil ist. Auch der Ort Medicine Hat in Alberta, Kanada, hat sich nun dieses Programm zu eigen gemacht und stellt für alle Menschen, die länger als 10 Nächte auf der Straße oder einer Notunterkunft übernachtet haben, eine Wohnung zur Verfügung. Danach folgt die oben beschriebene Prozedur mir Bekämpfung der Drogenabhängigkeit, Alkoholismus, mentalen Krankheitsbilder u.a. Meist sind die Menschen schon im Programm, bevor sie auch nur die 10 Nächte erreicht haben, berichtet der Bürgermeister Ted Clugston.

Von diesem Ansatz hatte ich noch nie gehört, doch anscheinend ist er seit einigen Jahren sehr erfolgreich getestet worden. Eine tolle Idee, dies zur Zeit der Besinnung am Ende des Jahres noch einmal zu überdenken und auch in Deutschland verstärkt einzusetzen.

(via webofgoodnews)

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