Egoismus und Solidarität beim Menschen

Mich wundert, dass immer noch die Dichotomie „Der Mensch ist im Kern rücksichtsloser Egoist.“ und „Der Mensch ist im Kern sozial und solidarisch.“ aufgemacht wird. Wann kommt endlich die Einsicht, dass beides im Menschen schlummert und sein Verhalten von der Sozialisation und Erfahrungen abhängt?

Zu finden ist diese Frage wieder einmal in einem Interview von Telepolis mit der Linken-Spitzenpolitikerin Sahra Wagenknecht:

Eine Gesellschaft, die auf Egoismus und rücksichtsloser Ellenbogen-Mentalität beruht, ist nicht menschlich, denn der Mensch ist ein soziales Wesen und im Kern eben kein rücksichtsloser Egoist.

Menschen und ihre Charaktere stehen nicht bei der Geburt fest, sondern sie erleben Dinge in ihrem Leben, die sie prägen. Bei manchen entwickelt sich die eine Richtung stärker, bei anderen andere. Eine große Rolle spielen dabei die Lebensumstände der Eltern, wodurch sich Notwendigkeiten entwickeln, bestimmte Charaktereigenschaften zu entwickeln (z.B. Verantwortungsbewusstsein, wenn die Eltern viel außer Haus sind oder kleine Geschwister im Haus). Manche Menschen sind sozialer als andere, manche egoistischer – das ist doch schon ein erster Hinweis darauf, dass es kein Wesen des Menschen gibt, das Egoismus oder Solidarität bevorzugt.

Das sollte auch in der Politik berücksichtigt werden, damit keine unnötigen Utopien oder Dystopien gezeichnet werden, die nicht weiterhelfen.

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