Allgemein

Egoismus und Solidarität beim Menschen

Mich wundert, dass immer noch die Dichotomie „Der Mensch ist im Kern rücksichtsloser Egoist.“ und „Der Mensch ist im Kern sozial und solidarisch.“ aufgemacht wird. Wann kommt endlich die Einsicht, dass beides im Menschen schlummert und sein Verhalten von der Sozialisation und Erfahrungen abhängt?

Zu finden ist diese Frage wieder einmal in einem Interview von Telepolis mit der Linken-Spitzenpolitikerin Sahra Wagenknecht:

Eine Gesellschaft, die auf Egoismus und rücksichtsloser Ellenbogen-Mentalität beruht, ist nicht menschlich, denn der Mensch ist ein soziales Wesen und im Kern eben kein rücksichtsloser Egoist.

Menschen und ihre Charaktere stehen nicht bei der Geburt fest, sondern sie erleben Dinge in ihrem Leben, die sie prägen. Bei manchen entwickelt sich die eine Richtung stärker, bei anderen andere. Eine große Rolle spielen dabei die Lebensumstände der Eltern, wodurch sich Notwendigkeiten entwickeln, bestimmte Charaktereigenschaften zu entwickeln (z.B. Verantwortungsbewusstsein, wenn die Eltern viel außer Haus sind oder kleine Geschwister im Haus). Manche Menschen sind sozialer als andere, manche egoistischer – das ist doch schon ein erster Hinweis darauf, dass es kein Wesen des Menschen gibt, das Egoismus oder Solidarität bevorzugt.

Das sollte auch in der Politik berücksichtigt werden, damit keine unnötigen Utopien oder Dystopien gezeichnet werden, die nicht weiterhelfen.

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Tweets des Monats – August 2017

In diesem Monat habe ich tatsächlich ein paar weniger Tweets gefaved. Vielleicht habe ich noch mehr gearbeitet als sonst, vielleicht war auch einfach nicht so viel dabei im August. Trotzdem wird das Zeitgeschehen immer wieder witzig und pointiert kommentiert, wobei ich besonders auf Depressed Darth hinweisen möchte, der die Nicht-Verurteilung von Nazis durch Donald Trump sehr treffend in seinen eigenen Metaphern darstellt. Auch die angesprochene Dystopie in Scott Hanselmans Tweet über das Assistenzgerät Alexa regt zum Denken an, wie wir mit Technologie umgehen. Aber auch der Humor fehlt – wie immer – nicht!

Von Quantenmechanik und dem Rand der Erkenntnis

Ich interessiere mich sehr für Soziologie, Philosophie, Kulturtheorie und Medienkultur, doch auch andere wissenschaftliche Themen faszinieren mich immer wieder. Seit längerer Zeit bin ich an der Astrophysik dran, die einerseits Florian Freistetter in seinem Blog Astrodicticum Simplex und andererseits Harald Lesch sehr anschaulich darstellen und erklären. Letzterer hat in der Reihe Urknall, Weltall und das Leben einige Vorträge gehalten, die sich mit spannenden Themen unseres Weltalls beschäftigen. Besonders spannend sind sie deshalb, weil sie die Grundlagen unserer Materie und unseres Weltverständnisses berühren.

Im ersten Vortrag erklärt Lesch die Quantenmechanik, die im Gegensatz zur klassischen Physik anders funktioniert. Unbestimmtheit ist ein Grundsatz. Aber selbst wenn mensch schon ein wenig Vorbildung genossen hat, gibt Leschs Darstellung immer noch neue Einblicke über die kleinsten Teile der Materie und deren Funktionsweise. Vor allem aber werden auch die Probleme angesprochen, die sich daraus ergeben.

Der zweite Vortrag, den ich empfehlen möchte, ist einer über die Grenzen der Erkenntnis. Auch hier spielt die Quantenmechanik eine zentrale Rolle, jedoch geht es auch um die Grand Unified Theory, also die Theorie der vereinigten physikalischen Kräfte. Diese ist bisher absolut nicht in Sicht, es sind noch zu viele Fragen offen, jedoch sind einige Wissenschaftler mit der Vereinigung von Elektromagnetischen Kräften und Schwacher Kernkraft auf dem Weg dorthin.

Warum spielt das eine Rolle? Lesch erläutert, dass wir verstehen wollen, wie die Geschichte des Universums verlaufen ist und wie seine Grundlagen sind. Da es um Extremzustände von Materie geht (Elektromagnetismus und schwache Kernkraft nähern sich in der Wirkung unter bestimmten Temperaturen an) und der Beginn des Universums ein Extremzustand gewesen sein muss, helfen uns Einblicke in diese Physik, unsere Welt und unser Universum besser zu verstehen.

Auf Nebenschauplätzen spricht Lesch über die „Körnigkeit“ des Raums (also die kleinste, physikalisch sinnvolle Raumeinheit) oder der Zeit, über die Relativitätstheorie und vieles mehr, was sich mithilfe seiner Verbindungen zu einem großen Ganzen zusammenfügt. Wer sich also dafür interessiert, sollte unbedingt reinschauen!

Schnellschuss: Sich selbst lieben

Unter einem anderen Blog habe ich seit 2014 sehr unregelmäßig einige nachdenkliche, philosophische, medienkritische oder sonstige Posts veröffentlicht. Um mich digital ein wenig zu verschlanken, werde ich die (jetzt noch) relevanten Dinge nach und nach hier reinkippen und das Blog dann schließen. In einer Nachtüberlegung ist mir auch in den Sinn gekommen, hier ein bisschen regelmäßiger über andere Dinge als nur das Internet oder Popkultur zu schreiben. Ich lasse mich davon ab jetzt aber selbst überraschen!

Das hier ist ein Post, den ich drüben vor rund einem Jahr geschrieben habe, als ich von einem Tweet inspiriert war. Weitere folgen.

Liebe hat viele Facetten. Das „sich selbst Lieben“ beginnt dabei mit Nachsicht sich selbst gegenüber. Das bedeutet nicht einfach, sich gehen zu lassen, sondern trotz eigenem Anspruch sich auch einmal Fehler zuzugestehen. Sich selbst ein wenig Imperfektion zu erlauben, zu akzeptieren, dass mensch nicht immer alles richtig machen kann, sogar nach den eigenen Maßstäben. Das bedeutet auch, sich äußerlich zu mögen, zu akzeptieren. Oder wenn nicht, den Arsch in der Hose zu haben, sich selbst so zu verändern, wie mensch sich haben will.

Außerdem kann mensch andere Facetten an sich „gut finden“ – wissen, dass mensch intelligent ist, dass mensch sich artikulieren kann, dass mensch vielleicht mit Tieren gut kommunizieren kann, dass mensch gut einen Baum fällen kann oder welche Fähigkeiten mensch eben hat. Das bedeutet, diese Fähigkeiten und Fertigkeiten erst einmal zu entdecken und sich damit selbst wertschätzen. Dabei ist das keine Abwertung anderer, sondern eine positive Bejahung der eigenen Selbstheit. Dann kann auch eine positive Akzeptanz anderer geschehen, die andere Qualitäten vorweisen.

Tweets des Monats – Juli 2017

 

Im Juli dieses Jahres war eines der wichtigsten Themen der G20-Gipfel in Hamburg, was sich auch auf Twitter widerspiegelte. Daher ist die diesmonatige Sammlung an Tweets teils politischer als sonst, allerdings fehlen Humor und Popkultur natürlich nicht völlig.

People are Awesome – Das Beste aus 2017 bisher

People are Awesome ist eine ziemlich bekannte Reihe der coolsten, lustigsten, bestaunenswertesten, manchmal auch einfach nur süßen Stunts im Internet. Die meisten kennen dies wohl. Wenn ihr es noch nicht kennt, ist das hier eure Gelegenheit! Gestern hat der Kanal nämlich eine Zusammenstellung der besten Stunts aus der ersten Hälfte des laufenden Jahres spendiert bekommen. Mit dabei sind wieder Skater/innen, Akrobaten/innen, Snowboarder/innen und viele andere Sportler/innen. Los geht’s!