Kunst

Zeitreisen für eine Minute

Zeitreisen sind für die Wissenschaft ein Problem (bzw. meist kein Problem, weil unmöglich), für die Kunst und Kultur jedoch ein weit verbreiteter, gern genutzter Topos für Handlungsalternativen. Das Kontrafaktische wird versucht, wenngleich die Problematik der Lösungen im Raum steht: Macht mensch nun alternative Universen auf oder wird es über eine einzelne Zeitachse gelöst, in der also die Zeitreise praktisch schon immer geschehen ist und Teil der Vergangenheit?

Die Variante mit den Paralleluniversen wählt dieser kleine Film mit zwei Personen, allerdings gibt es eine böse Überraschung für den Hauptcharakter, der versucht, eine Frau ordentlich anzusprechen, und dabei für jeden verbesserten Versuch immer eine Minute zurückreist. Schaut aber selbst rein!

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Dali in 3D

Salvador Dalí gilt als einer der bekanntesten und einflussreichsten Künstler des Surrealismus. Seine Gemälde und Skulpturen sind teilweise weltbekannt, sein Stil extravagant. Im folgenden Film zeigt das Dalí-Museum per Render-Video einen kurzen Einblick darin, wie eine von Dalí entworfene Welt aussehen könnte.

Dazu gehört als zentraler Bestandteil sein Werk Los Elefantes, das in London auch als Skulptur umgesetzt wurde. Leider gibt es keine Auflistung unter dem Video und ich bin auch kein Experte auf dem Gebiet, aber sicher ist das Video auch ohne genaueres Wissen faszinierend. Und vielleicht sieht das hier ja jemand, der sich etwas besser auskennt, und kann uns in den Kommentaren aufklären.

Das Video gibt es jedoch nicht nur als Film-Variante, auch eine noch immersivere Variante per VR-Brille wird per Inception App geboten! Wer eine solche Brille hat, sollte das unbedingt ausprobieren.

Intensive Geschichten von EL Comics

Wer von euch an guten Comics, außerordentlichem Artwork und überraschenden, oft geheimnisvollen Geschichten interessiert ist, sollte bei EL Comics einmal reinschauen. Ehud Lavski und Yahel Nathan schmieden in kleinen Comics eine kleine Welt, jede für sich. Es sind nicht viele Comics, immer nur sehr unregelmäßige Veröffentlichungen, jedoch lohnt sich jede einzelne!

Mich hat vor allem die fasziniert, wo mit dem Genre des Comics gespielt wird (30 Januar). Ich verrate jetzt mal nicht zu viel, um euch den Moment nicht zu nehmen.

Wie sadistisch dürfen Dystopien sein?

Ich habe viel zu lange keinen richtigen Artikel mehr geschrieben und nutze eine heutige Nachtschicht (nein, nicht auf der Arbeit!) dazu, endlich mal wieder über ein Thema zu schreiben, das mich wirklich bewegt. Es betrifft die Serie Black Mirror auf Netflix, die wohl eine der ernstesten und philosophischsten Serien der letzten Jahre ist. In jeder einzelnen Folge wird eine bestimmte Dystopie einer möglichen Jetzt-Zeit oder nahen Zukunft aufgegriffen und in einer sehr pessimistischen Weise ausgemalt, manchmal bis ins Pervertierte. Ein Ziel ist es, herauszustreichen, welche Wendungen unsere gerade technologische Gesellschaft nehmen könnte, wenn wir nicht aufpassen.

Hier treten nun zwei alte Hasen der Blogosphäre auf den Plan: René Walter von Nerdcore hat die vierte Staffel, die letzte Woche erschien, einzeln rezensiert. Dazu schrieb Felix Schwenzel auf seinem Blog wirres.net, dass er die Serie für zu dystopisch, sadistisch und geradezu pornografisch halte. Sie zelebriere den Pessimismus in einer Weise, die unrealistisch wäre und die Menschlichkeit zu kurz kommen ließe.

Ich plädiere hier dafür, dass diese Serie das darf. Sie kann und muss – als Genre-Kunst, als Sparte – diesen Sadismus zeigen können, auch so geballt. Das heißt nicht, dass er nicht vorkommt. Aber es wäre möglich, dass der Sadismus in einer Gesellschaft, die nicht aufpasst und sich dagegenstellt, gewinnt und zum sozialen Zwang wird, um nicht unterzugehen. Und diese Situation versucht Black Mirror zu zeigen, versucht die pervertierte Gesellschaft, diese Möglichkeit aufzuzeigen. Es kann auch anders kommen, doch wir müssen aktiv dazu beitragen.

Schauen wir uns einen der großen dystopischen Romane, 1984, an. Dort ist ein menschlicher Protagonist gefangen in einem System, das ihn mittels unmenschlicher Methoden zu kontrollieren. Seine Mitarbeit wird hintergangen, er wird gefoltert, seine menschlichen Bedürfnisse nach Freiheit, eigenen Gedanken und Zweifeln untergraben und am Ende läuft das System unbeirrt weiter.

Würde Schwenzel auch hier argumentieren, dies sei pervertierter Sadismus, das sei alles zu pessimistisch? Wie realistisch ist dieses Szenario? Und: Wie pessimistisch darf Literatur bzw. allgemein eine Erzählung sein? Ist es nicht auch Aufgabe der Kunst, uns negative Konsequenzen in einer Überspitzung darzulegen? Ich halte dies für einen drastischen, aber manchmal notwendigen Weg und mag das sehr an Black Mirror. Die vierte Staffel werde ich ebenfalls schauen (, weshalb ich die Rezensionen René Walters noch nicht gelesen habe).

Das Mauna Kea-Observatorium in der Nacht

Der Astronom und Fotograf Sean Goebel arbeitete eine Weile am Observatorium am Mauna Kea auf Hawaii. Währenddessen schrieb er nicht nur an astronomischen Beobachtungen, sondern fotografierte auch den Nachthimmel und die verschiedenen Kuppeln des Observatoriums selbst.

Dass dabei herrliche Bilder herauskommen, dürfte sich von selbst erschließen, aber wer noch tiefer gräbt, findet auch ein paar Antworten auf astronomische Fragen. Warum beispielsweise zielen einige Teleskope mit Lasern in den Sternenhimmel? Die Antwort ist nicht ganz so einfach: Die Atmosphäre der Erde hat schwankende Temperaturen und bricht daher das Licht der Sterne unterschiedlich. Nicht nur von Ort zu Ort, sondern auch von Sekunde zu Sekunde unterschiedliche Lichtverhältnisse, und seien sie noch so klein, können aber wissenschaftliche Beobachtungen verzerren. Daher wird mit einem sehr genauen Laser gemessen, wie groß die atmosphärischen Schwankungen sind. Das Ganze nennt sich dann Adaptive Optik.

Genug technische Einblicke, nun lasst euch einfach von den Bildern und der Musik von God Is An Astronaut (All Is Violent, All Is Bright) beeindrucken!

Finnland im Zeitraffer

Schon öfter war Skandinavien ob seiner außergewöhnlichen Landschaften Motiv für Zeitraffer-Videos. Einmal mehr nahm Riku Karjalainen Finnland ins Visier und fing atemberaubende Bilder ein. Nicht nur, dass die Natur wunderschön ist, sondern auch die Motivauswahl und Farbkomposition, die Karjalainen wählte, zeugen von hoher Kunst und außerordentlichem Auge fürs Detail. Seine Reise von 8500 Kilometern durch das Land helfen auch uns, seine Schönheit einmal mehr zu erleben, und sei es nur in einem Video.

Untermalt wird es von Hope of Men von Bytheway-May. Wer sich alle Orte einmal ansehen möchte, findet auf der Vimeo-Seite sogar die mit Zeitstempel versehenen Regionen.

Colombia (Timelapse)

Ed Beck machte sich schon vor Jahren auf nach Kolumbien, um einen kleinen Urlaub zu machen. Da er jedoch den Fehler machte, seine Kamera einzupacken, schoss er plötzlich – begeistert von der Natur und anderen Orten – täglich etwa zwei Einstellungen an Timelapse-Material und produzierte im Anschluss ein Video daraus. Wie es mit der Kunst ist, steckte er mehr Zeit hinein, als vorher geplant, doch es lohnte sich!

 

Der Großteil der Einstellungen entstand in und um Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens, einiges aber auch in Melgar, Manizales und Pereira. Am Ende gibt er seinem Publikum noch den Rat, Kolumbien selbst zu besuchen, und dem kann ich dem Video nach zu urteilen nur beipflichten. Die Musik dazu stammt von Skanoir und heißt Pure Ambient.