Wirtschaft

Die Arbeitskraft der Frauen

In einer Diskussion merkt man schnell, von welchen Voraussetzungen ausgegangen wird und wie sie als notwendig hingenommen werden. Wenn Frauen als „ökonomisches Risiko“ verstanden werden, so wird das mit der Natur der Frau begründet. Es könne ja niemand etwas dafür. Dass es eine wirtschaftspolitische Entscheidung ist, das so hinzunehmen, erschließt sich vielen gar nicht. Man kann die Natur der Schwangerschaft anerkennen und dann fragen, wie man Frauen dennoch ökonomisch fair behandeln kann. Statt sie aufgrund unverschuldeter Gegebenheiten zu benachteiligen, kann man sie als wichtigen Gesellschaftsfaktor betrachten.

Selbst wenn man von einer rationalen Nutzenökonomie ausgeht, die nur auf Umsatz- und Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, sind die Einflüsse von Frauen in Unternehmen in verschiedenen Positionen, auch und gerade in Führungspositionen, erheblich und hilfreich.

Philosophisch gleicht diese Hinnahme der vermeintlichen Nachteile der Frauen (die Akzeptanz ihrer „Natur“) einem Sein-Sollen-Fehlschluss, den George Edward Moore vielen naturalistischen Theorien attestierte. Deshalb auch naturalistischer Fehlschluss (korrekter: naturalistischer Irrtum, von: natural fallacy) genannt. Aus der Faktizität bestimmer Umstände wird geschlossen, dass es auch gut und richtig so sei und ein wünschenswerter Zustand oder falsch und deshalb etwas geändert werden müsse. Auch David Hume hatte schon darauf hingewiesen, dass man aus einem gegebenen Zustand (ohne zusätzliche Prämissen) nicht auf ein moralisches Gebot oder Verbot schließen dürfe.

Die wertende Prämisse, warum man Frauen jetzt ob ihrer Schwangerschaft berechtigterweise benachteiligen darf, wird unterschlagen. Nach welcher Prämisse darf das so passieren? Aber was komme ich schon mit der Philosophie, als ob sich die Ökonomen dafür interessieren…

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