Tweets des Monats – Oktober 2019

Die neuesten Tweets des Monats kommen nur leicht verspätet. Dieses Mal habe ich mir eine Menge Bilder und Comics herausgesucht, die aufgefallen sind. Sicherlich sind auch Sprüche und Kurzgeschichten (z.B. Micro S/F Stories) dabei, aber erstaunlich wenig Politik, obwohl doch Wahl in Thüringen war und ganz viel Aufregendes gesagt wurde. Ich wundere mich zwar ein wenig über mich selbst, komme aber gut damit klar, dass mehr längere Tweets dabei sind.

Spieltheorie in der internationalen Politik

Wenn mensch sich die aktuelle Lage der Politik anschaut, fragt mensch sich, wie Politik besser funktionieren könnte. Es gibt in verschiedenen Bereichen Konflikte, die zu lösen sind, Ziele, die jemand zu erreichen versucht, und allgemeine Werte, die wir vertreten, die nicht verletzt werden sollten. Das Problem ist: Wir wissen nicht, welches Spiel die anderen spielen, zumindest nicht immer.

Hier kommt Simon Sinek ins Spiel, der aus der Spieltheorie heraus versucht zu erklären, wie Diplomatie (oder Krieg) besser gespielt werden könnte. Dabei geht er auf den Kalten Krieg ein, auf endliche und unendliche Spiele, auf Konflikte in Afghanistan und Vietnam, die aktuelle Situation in Syrien und auf der Krim. Es ist ein wenig schnell und scheint mir zusammengeschustert, damit es in die 10 Minuten passt, aber es ist ein guter Einblick!

Tweets des Monats – September 2019

Der September enthielt wieder einmal alles, was das Twitterherz begehrt: Es gab politische Themen wie Greta Thunbergs verschiedene Stationen in den USA oder allgemein den größten #FridaysforFuture -Protest der Bewegung am 20. September. Auch einige schulische Themen kommen bei mir immer öfter vor. Das hindert das Twittervolk aber nicht daran, so einige spaßige und irrwitzige Themen oder Wortspiele auszupacken. Ich bin immer wieder erfreut!

 

Kurzfilm: Astartes

Astartes ist ein Fan-Filmprojekt eines neuseeländischen Animationskünstlers. Der Film findet im Warhammer 40k-Universum statt – nicht dass ich davon Ahnung hätte – und zeigt, was für einen einzelnen Designer möglich ist. Zwar kommen die bisher vier Episoden noch ohne Dialoge aus, doch allein die visuelle Aufbereitung und das Sounddesign zeugen von hohem Geschick und Talent!

Ein Instagram-Kanal zeigt immer wieder neue Momentaufnahmen, aber alle vier Teile könnt ihr gleich hier sehen:

Tweets des Monats – August 2019

Der vergangene Monat brachte sowohl lustige als auch erfolgreiche als auch haarsträubende Geschichten mit sich. Sei es Kristina Schröder, die forderte, Europäer müssten sich in Afrika vor Ort ihre Migranten aussuchen über verschiedene Amokläufe in den USA hin zu einem Konservativen, der forderte, man solle die Plastiktüte nicht abschaffen, sonst könne man eine zerplatzte Wassermelone nicht mehr transportieren.

 

„Herr der Ringe“-Trailer im Gewand der „Avengers“

Die Erscheinung vieler moderner Action-Trailer ist sehr ähnlich und mit klarem Muster. Es geht um eine epische Schlacht und martialische Sprüche dazwischen. Eine Filmreihe, auf die diese beiden Punkte ebenfalls zutreffen, ist die Herr der Ringe-Trilogie, wobei sie als Fantasy jedoch so viel mehr ist. Die Produktionsschmiede CarpenterSound hat vor einiger Zeit beides kombiniert und zeigt, wie gut das zusammenpasst!

Der Soundtrack stammt aus Avengers: Infinity War, die Bilder offensichtlich aus dem Herrn der Ringe. Wer jetzt nicht Lust auf dieses Meisterwerk hat, muss innerlich tot sein!

Mit eigener Hand und bei klarem Verstand

Vor ziemlich genau 5 Jahren starb mein Vater an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Es war eine fiese Geschichte, aber er hielt rund 2,5 Jahre ab der Diagnose mit OP und drei Chemotherapien durch. Er war immer ansprechbar und vernünftig.

Wir gingen bis zum Ende der letzten Chemo alle recht ruhig mit der Situation um. Die Heilungschancen waren gering, aber nicht gleich Null. Wir wohnten alle nicht mehr im Elternhaus, aber meine Mutter schickte uns regelmäßig Updates. Einen Monat nach der dritten Chemo bekamen wir die Info, dass mein Vater seltsame Verhaltensweisen zeigte und wir demnächst doch einmal zu Hause vorbeischauen sollten, falls wir die Kraft dazu hätten. Es drehte sich um Gedächtnisverlust, Orientierungslosigkeit im eigenen Hause oder andere Dinge, die nur ganz ganz selten auftraten. Daher tat ich es als Überinterpretation oder zu starke Beobachtung ab. Wer von uns ist nicht mal orientierungslos und hat vergessen, was er eigentlich wollte? Trotzdem nahm ich mir vor, rund 4 Wochen später ein paar Tage zu Hause zu verbringen.

In diesem Jahr richtete ich das erste Mal eine Deutsche Meisterschaft im Beachvolleyball aus, was ein ziemlich großes Ding war. Das wollte ich nicht verpassen und schätzte die Situation – wie erwähnt – auch nicht so drastisch ein.

Zu Hause erwartete mich ein Vater, der mit dem Kopf wach war, aber der schon Probleme hatte, den Weg auf die Toilette zu meistern. Es lief die Leichtathletik-EM, er liebte Sport. Mein Besuch erhellte ihn sichtlich, auch wenn er offenbar etwas kraftlos war. Das war aber verständlich nach drei Chemotherapien. Ich erfuhr allerdings, dass er im Frühsommer die vierte , noch experimentelle Therapie abgelehnt hatte. Dabei muss mensch berücksichtigen, dass er häufig 12-48 Stunden nach den Terminen völlig erschöpft war.

Nach circa einem Tag vor Ort entschied ich, doch mehr als 2-3 Tage zu bleiben und meine Mutter bei der Pflege zu unterstützen. Mein Vater drehte sich nachmittags unvermittelt im Bett um und murmelte, ich könne den Sport auch ausschalten, er sei uninteressant. Dies war deshalb ungewöhnlich, da er Sport immer sehr freudig verfolgte. Anschließend begann er tiefer zu schlafen als je zuvor. Mit dem Einbruch der Dunkelheit fing er an, sehr schwer zu atmen und wir wachten die ganze Nacht. Wir wussten nicht, was geschehen würde. Ein gerufener Notarzt gab ihm  noch 24-48 Stunden.

Schließlich riefen wir am Morgen alle näheren Verwandten an. Meine Mutter brachte die Kraft nicht mehr auf, also informierte ich meine Brüder, meine Großeltern, meines Vaters Brüder. Manche in der näheren Umgebung, manche mit stundenlanger Anreise. Dies musste er irgendwie mitbekommen haben und hörte sukzessive mit dem tiefen Atem auf. Zusätzlich erhielt er von der Palliativmedizin eine Zusatzernährung, die am nächsten Tag verabreicht wurde.

Meine Brüder waren sofort zur Stelle und wir teilten Wachstunden ein. Meine Oma holten wir ab und sie war noch für 2-3 Stunden da. Zu vielmehr war sie aber nicht mehr in der Lage. Ihren eigenen Sohn sterben zu sehen, war verständlicherweise sehr belastend. Mein Opa mütterlicherseits kam ebenfalls für einige Stunden vorbei.

Ich hatte jedoch noch eine wichtige Sendung einzuspielen, wofür ich in meinen Wohnort fahren musste. 3,5 Stunden Fahrt. Ich entschied mich dafür, hinzufahren, alles einzuspielen und wieder zurückzufahren.

Mein Vater hatte wieder eine etwas wachere Phase und als ich draußen im Auto saß, kam mein Bruder noch einmal heraus, da ich sehen sollte, dass mein Vater mir zum Abschied winkte. Er hatte sich seit 2 Tagen nicht aufgerichtet. Am nächsten Morgen war ich wieder zurück bei unveränderter Situation. Dann trat Verschlechterung und erneut tiefer Atem ein. Meine Schwägerin ertrug es nicht und konnte nicht mehr wachen. Wir wählten klassische Musik zur Beruhigung.

Am nächsten Morgen telefonierte ich noch einmal mit meinen Onkels. Der eine hatte 7 Stunden Fahrt vor sich und einen Gipsfuß wegen eines gebrochen Zehs. Er fragte: „Aber eine Woche hält er doch noch durch!? Nächste Woche kommt der Gips ab!“ Ich konnte ihm nichts versprechen.

Keine 10 Stunden später stand mein Onkel auf der Matte und ihm war sein Gipsfuß egal. Wir hatten ein improvisiertes großes Abendessen mit Mutter, meinen Brüdern, Schwägerin und meinem Onkel. Die Speisen waren wenig festlich, aber das war allen egal.

Am nächsten Morgen kam die Pflegerin zur Versorgung noch einmal und mein Vater fragte sie, wie er erlöst werden könne, ob die Ernährung ihn künstlich am Leben halte. Sie bejahte, dass sein Stoffwechsel und Kreislauf dadurch aufrecht erhalten werde. Er wollte wissen, ob er die Nahrung ablehnen könne. Also unterschrieb er, dass er die Behandlung ablehne, und das bei offensichtlich klarem Verstand und mit eigener Hand! Anschließend hielten wir noch zwei Nachtwachen. Er versuchte sich immer wieder zu erheben, obwohl seine Beine ihm den Dienst versagten. Er schaute uns Kinder auch immer wieder an und wiederholte unsere Namen, ebenso seinen eigenen.

Eines Morgens hatte ich meine Wache beendet und meine Mutter löste mich ab. Ich wollte ein kleines Frühstück einnehmen und den Schlaf nachholen. Es war kurz nach halb neun, da kam meine Mutter in die Küche und schaute mich aus glasigen Augen an. Sie erzählte mir, dass sie am Fenster gestanden hätte, seine Hand gehalten und dann hätte er fest zugedrückt, seine Augen noch einmal geöffnet, um dann zu gehen. Nach einer langen, traurigen Umarmung folgte ich ihr und prüfte seinen Puls erneut.

Wir weckten meinen im Ort verbliebenen Bruder und informierten nach 30min unveränderter Situation einen Arzt unseres Vertrauens, der den Tod feststellen sollte.

Nachdem mein Vater alle wichtigen Verwandten noch einmal gesehen hatte, konnte er schließlich gehen. Den schon eingetretenen Sterbeprozess hat der Körper mehrmals verzögert, um das zuzulassen. Es ist beeindruckend, was die Psyche für eine Macht über den Körper hat!

Vor allem aber ist es ein riesiger Trost, dass es alle geschafft haben und keine unvollständigen Geschichten oder unausgesprochenen Dinge im Raum standen. Alle haben sich herzlich und würdig verabschieden können.