Die Tiefsee animiert

Die Tiefsee ist ein relativ unerforschter Ort. Aber selbst über die mittlere Tiefsee in 4000 Metern Tiefe weiß ich nicht besonders viel, wie ich beim Anschauen dieses Videos feststellen musste. Ich wusste nicht einmal, dass es einen Kontinentalhang gibt. Auch noch vieles anderes gibt es hier zu lernen, also kann ich euch nur empfehlen, euch die Zeit dafür zu nehmen!

Werbeanzeigen

Tweets des Monats – Mai 2019

Der Mai ist vorbei und es hätte kaum turbulenter sein können! Es gab noch die Nachwirkungen von Kevin Kühnert, der laut über Vergesellschaftung von Unternehmen nachdachte, es gab natürlich Europawahlen und in einigen Regionen Kommunalwahlen, die kommentiert wurden. Dazu hinterließ Rezo eine Schneise der Twitterkommentare, die Reaktion(en) der CDU/CSU umso mehr. Nun wird inzwischen sogar über eine Regulierung der öffentlichen Meinungen vor einer Wahl diskutiert, was eine unglaublicher Vorgang ist, vor allem weil er durch die sozialen Medien – in diesem Falle Youtube – hervorgerufen wurde. Die Politik spürt die Einschläge der Technologie und der jungen Generation immer näher kommen, hantiert aber unwissend herum, anstatt einmal zuzuhören und sich auch schlau zu machen. Dazu gibt es von der diesjährigen re:publica einen erhellenden Vortrag von Sascha Lobo zum Realitätsschock, der darauf Bezug nimmt, dass die Realität uns immer bewusster wird, als wir es bisher gewohnt waren.

Wer sich nicht so sehr mit Politik beschäftigen will, findet wie immer auch einige verrückte und lustige Gedanken in meiner Sammlung des Monats.

Physik in Marvel-Filmen

Sicher gibt es immer mal wieder Kommentare zu Superheldenfilmen oder -comics. Dagegen kommt es selten vor, dass dies ein Physikprofessor in Angriff nimmt. Für Insider hat er sich zehn Szenen aus Marvel-Filmen geschnappt und sie nach ihrem Realismus untersucht. Mit dabei sind Thanos und die Infinity-Steine, Spiderman und natürlich auch Iron Man. Immerhin hat er einen Fusionsreaktor in seiner Brust/seinem Anzug!

Das Interessante dabei: Viele der Szenen sind gar nicht so unrealistisch! Dass wir noch nicht unbedingt den technischen Entwicklungsgrad erreicht haben, spricht nicht dafür, dass all diese Vorgänge physikalischer Unsinn wären.

Aber genug erzählt, nun schaut einfach mal rein!

Homo Dance in der Schule

Als Musiklehrer erlebe ich einige der lustigsten Begebenheiten. Einige der jugendlichen Schüler wollten unbedingt Homo Dance als Liedkontrolle singen. Ich riet ihnen, dieses Lied nicht zu wählen, sie würden es nicht ernsthaft durchhalten, sie würden kichern statt singen, würden dabei keine gute Leistung bringen. Aber ich stellte es ihnen letztlich frei, denn ich möchte den Kindern und Jugendlichen eine so freie Wahl wie möglich lassen und sie etwas singen lassen, was sie auch toll finden.

Sie haben sich dann doch dazu entschieden, aber das war, wie ich schon voraussagte, ein Fehler. Beide Performances mussten abgebrochen werden, weil die Jugendlichen es zu lustig fanden, den Text vergaßen oder etwas durcheinander brachten. Entweder sie selbst oder ihre Klassenkameraden*innen. Der zweite Versuch gelang jeweils mehr schlecht als recht.

Nun überlege ich mir, ob ich solche Sachen noch im Musikunterricht zulasse, weil es Verschwendung von Lebenszeit ist und den Jugendlichen auch Noten verhagelt.

Was meint ihr?

Tweets des Monats – April 2019

Die Hälfte des Jahres rückt immer näher! Schon für den April präsentiere ich hier die Tweets des Monats und es ging richtig ab! Sowohl die Positionen der CDU waren wieder einmal Thema als auch die Vergangenheit des österreichischen Bundeskanzlers Strache. Auch Boris Palmer schrieb sich wieder in die öffentliche Diskussion, indem er fragwürdige Kommentare zur Marketingstrategie der Bahn absonderte. Ansonsten ist immer mal wieder ein schöner Tweet dabei, der euch entführt, oder ein lustiges Wortspiel – damit bekommt mensch mich ja fast immer!

 

Klavierspiel für eine blinde Elefantenkuh

Schon vor knapp einem Jahr ging dieses Video im Netz herum, in dem ein Pianist namens Paul Klaviermusik für eine blinde Elefantenkuh spielt. Sie heißt Lam Duan und war die meiste Zeit ihres Lebens blind. Paul spielt ihr aus dem wohltemperierten Klavier von Bach, ein wenig Chopin, Schubert und Erik Satie vor. Zum einen wirkt das auf mich sehr nett und soll dem Elefanten eine schöne Zeit bescheren, doch leider kenne ich mich in der Wahrnehmung und dem Verhalten von Elefanten furchtbar schlecht aus, daher kann ich schlecht beurteilen, ob es der Elefantenkuh wirklich gefällt. Wenn jemand etwas mehr Expertise aufweisen kann, bitte ich gern um Erhellung, denn ich kann Lam Duans Reaktion kaum deuten.

Kevin Kühnert: Nachdenken über den Sozialismus

Kevin Kühnert gab in der Zeit ein Interview (leider mit Paywall) über Vorstellungen von Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen, sozialer Gerechtigkeit und Verantwortung großer Unternehmen. Daraufhin gab es eine Fülle an Reaktionen, die seine Vorstellungen kritisieren. Das ist mal milde Kritik und zu einem guten Teil auch Monstermalerei: Kühnert will laut Aussage einiger die Wirtschaft zerschlagen, Planwirtschaft einführen und alle Kapitalisten enteignen. Das ist – wie Mely Kiyak feststellt – jedoch gar nicht sein Ziel. Sie analysiert, dass Kühnert lediglich über eine kontrafaktische Ordnung sinniert und so auch die Fragen gestellt seien – wie es sein könnte, aber ohne konkrete Forderung.

Zum einen hat Kiyak Recht, dass das laute Nachdenken zur Politik dazugehören müsste. Sie arbeitet heraus, dass dieses Gespräch immer vage bleibt, nicht unbedingt konkrete Postulate aufgestellt werden, sondern die Möglichkeiten versucht auszuloten. Dies ist jedoch eigentlich schon lange ein Mechanismus des Politikbetriebs: Es werden mögliche Vorstellungen in die Medien „geschossen“ und getestet, wie diese ankommen. Werden sie wohlwollend aufgenommen, arbeitet die Partei in die entsprechende Richtung weiter. Sollte die Idee sehr negativ kommentiert werden und auf Widerstand stoßen, werden Korrekturen vorgenommen. Nicht immer, aber doch recht regelmäßig.

Zum anderen moniert Kiyak, dass die Diskussionkultur in der Öffentlichkeit sehr dysfunktional abläuft:

Es gibt in Deutschland eine sehr diverse Diskussionskultur, die jedoch kaum Resonanz in der größeren Öffentlichkeit findet. Auf Theaterbühnen, Kongressen, Literaturhäusern und vielen unterschiedlichen Diskursplattformen hört man Vorträge und Gespräche von Politikwissenschaftlern, Soziologen, Philosophen, und immer denkt man sich, warum kann so ein Vortrag nicht der Anfang eines größeren Deutschlandgesprächs sein, das die Frage beantwortet „Wie wollen wir leben?“ oder „Wem gehört die Welt?“ oder einfach nur: „Ginge es auch alles etwas anders als bisher?“

Doch die Frage lässt sich recht leicht beantworten: Warum wird dies nicht in den Medien so abgebildet? Die Diskussionen in kleineren Kreisen können auf ein sichereres Weltwissen und auf eine gemeinschaftliche Basis zurückgreifen. In einer breiteren Masse, in der das Publikum kaum bekannt ist, muss auf viel basalerer Ebene diskutiert werden. Viele Begriffe, die ich mit Philosophen, Soziologen oder anderen Wissenschaftlern diskutieren kann, sind einem heterogeneren Publikum gar nicht verständlich. Nun kann mensch anhand dessen die „Abgehobenheit“ der Wissenschaft bemängeln, aber dies trifft auch nicht ganz zu. Bestimmte Fachtermini gibt es in jeder Wissenschaft, die müssen einfach feststehen, um weiterführende Diskussionen zu ermöglichen.
Wenn ich aber all diese Termini noch einführen und erklären muss, dann bedeutet dies eine längere begriffliche Exegese – und diese mag die breite Masse an Lesern, Hörern oder Zuschauern ebenfalls nicht unbedingt. Die meisten wollen doch eher nicht 90 Minuten diskutieren, worin der Unterschied zwischen einer Gesellschaft und einer Gemeinschaft besteht.

Zusätzlich bedeutet öffentliche Diskussion so selten öffentliches Nachdenken, weil ein guter Teil der Demokratie nicht der Kampf um die besten Ideen ist, sondern Konkurrenz um Mandate und Macht. Diese Konkurrenz führt politische Parteien (oder Einzelpersonen) häufig dorthin, dass sie mit allen Mitteln ihre Macht verteidigen oder diese zu erlangen versuchen – sei es Polemik, Parodie, absurde Argumente, Empörung oder andere Strategien. Daher funktioniert eine Debatte in größerer Öffentlichkeit anders als in einem Literatursalon.